Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Sie sind hier: Startseite / Aktuelles / Pressemitteilungen / MOSAIC, der Multi-Objekt-Spektrograph für das European Extremely Large Telescope (E-ELT)
Drucken  

MOSAIC, der Multi-Objekt-Spektrograph für das European Extremely Large Telescope (E-ELT)

18. März 2016. Die Europäische Südsternwarte (ESO) unterzeichnete am 18. März 2016 mit dem MOSAIC-Konsortium einen Vertrag zur Durchführung einer Phase-A-Studie. Der Multi-Objekt-Spektrograph wird nach seiner Fertigstellung an dem derzeit im Bau befindlichen europäischen Riesenteleskops E-ELT installiert. Mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39 Metern wird das E-ELT das größte optische Teleskop der Welt sein. MOSAIC stellt die weltweit führende Instrumentierung für zahlreiche Forschungsthemen im Bereich der modernen Astrophysik: angefangen bei extrasolaren Planeten bis hin zum Halo der Milchstraße, von räumlich aufgelösten stellaren Populationen in nahegelegenen Galaxien bis hin zu den ersten leuchtenden Objekten im frühen Universum.
MOSAIC, der Multi-Objekt-Spektrograph für das  European Extremely Large Telescope (E-ELT)

Das geplante E-ELT in Chile. Rechts oben: Darstellung des Konzepts von MOSAIC an einer Fokalstation des Teleskops. (Credit: MOSAIC-Konsortium)

Der Vertrag mit der ESO wurde im Rahmen der MOSAIC-Kickoff-Veranstaltung an der Sternwarte in Paris im Namen der federführenden französischen Forschungsorganisation CNRS-INSU und des MOSAIC-Teams* durch den Projektleiter Francois Hammer unterzeichnet. Das Konsortium umfasst Forschungsinstitute aus fünf Ländern (Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Brasilien und Deutschland) sowie sechs weitere assoziierte Partner (Österreich, Finnland, Italien, Portugal, Spanien und Schweden).

Das MOSAIC-Instrument ist ein Vielkanal-Spektrograph mit hoher räumlicher Auflösung zur Lösung wichtiger Fragen der Astrophysik und Kosmologie. Er wird die Entstehung der ersten Galaxien erforschen und klären, wie sich daraus die heute beobachteten großen Galaxien, wie unsere Milchstraße, bildeten. MOSAIC wird die Verteilung von dunkler und normaler Materie auf großen und kleinen Längenskalen und über das ganze Alter des Universums studieren und der Astrophysik so neue Einblicke in die Physik von Galaxien jenseits der lokalen Gruppe bieten, das Zentrum der Milchstraße untersuchen und die Entstehung und Entwicklung von extrasolaren Planeten studieren.

Der lokale Projektleiter in Potsdam, Prof. Dr. Martin Roth vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), freut sich über den Projektauftakt: „Mit MOSAIC ist das AIP erneut an einem Großprojekt für die europäische Südsternwarte in Chile beteiligt. Dieser Erfolg beruht auch auf der Erfahrung der Potsdamer Astrophysiker in den ESO-Projekten MUSE und 4MOST. Die Strategie des Zentrums für Innovationskompetenz innoFSPEC hat sich erneut ausgezahlt. Mit Partnern an der Universität Göttingen und dem Fraunhofer-Institut IOF in Jena sowie Unternehmen der Region werden wir in den nächsten zehn Jahren unsere Führungsposition in der faseroptischen Spektroskopie weiter ausbauen.”

Die deutsche Beteiligung an MOSAIC wird gefördert durch das BMBF-Programm „Erdgebundene Astrophysik und Astroteilchenphysik“. innoFSPEC Potsdam wird gefördert durch das BMBF-Programm „Unternehmen Region“.


Publikation:
"MOSAIC: a Multi-Object Spectrograph for the E-ELT", Andreas Kelz, Francois Hammer, Pascal Jagourel, and the MOSAIC consortium. http://arxiv.org/abs/1512.00777

Weiterführende Informationen zu MOSAIC.

 

Update Nov. 2017: Ein schönes Video zu MOSAIC  (auf Englisch) gibt es jetzt unter diesem Link: https://www.youtube.com/watch?v=LabjWnsQvuo

 

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Martin M Roth, mmroth@aip.de, 0331-7499 313   //   Dr. Andreas Kelz, akelz@aip.de, 0331-7499 640

Pressekontakt: Dr. Janine Fohlmeister, presse@aip.de, 0331-7499 802

 

* MOSAIC-Team: Pascal Jagourel (Observatoire de Paris), Chris Evans (UK-ATC, Edinburgh), Mathieu Puech (Observatoire de Paris), Gavin Dalton (RAL & Oxford Univ.), Myriam Rodrigues (Observatoire de Paris), Ewan Fitzsimons (UK-ATC, Edinburgh), Simon Morris (Durham Univ.), Beatriz Barbuy (IAG, Sao Paulo), Jean-Gabriel Cuby (LAM, Marseille), Lex Kaper (Amsterdam Univ.), Martin Roth (AIP, Potsdam), Gerard Rousset (Observatoire de Paris), Richard Myers (Durham Univ.), Olivier Le Fèvre (LAM, Marseille), Alexis Finogenov (Helsinki Univ.), Bruno Castilho (LAN, Itajuba), Göran Östlin (Stockholm Univ.), Jesus Gallego (Madrid, Computense Univ.), Fabrizio Fiore (Roma Observatory), Bodo Ziegler (Vienna Univ.), Jose Afonso (Lisboa Univ.), Marc Dubbledam (Durham Univ.), Phil Parr Burman (UK-ATC), Tim Morris (Durham Univ.), Tristan Buey (Observatoire de Paris), Fanny Chemla (Observatoire de Paris), Eric Gendron (Observatoire de Paris), Andreas Kelz (AIP, Potsdam), Isabelle Guinouard (Observatoire de Paris), Ian Lewis (Oxford Univ.), Kevin Middleton (RALSPACE, Oxford), Ramon Navarro (NOVA), Marie Larrieu (IRAP, Toulouse), Thierry Contini (IRAP, Toulouse), Kjetil Dohlen (LAM, Marseille), Harald Nicklas (Univ. Göttingen), David Le Mignant (LAM, Marseille), Yanbin Yang (Observatoire de Paris).

 

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.